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Kunstverein Alte Schule Baruth

SonderSchule IV. 16. Juli 2016

Ich war hier. 

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„Ich war hier“ 

In vier parallel ablaufenden Langzeit-Performances werden Aspekte des Individuellen versus Kollektiven unter Verwendung verschiedener medialer Techniken untersucht. Durch das zeitliche und räumliche Nebeneinander kommt es zu Verschränkungen, so dass sich die Performances gestalterisch und inhaltlich gegenseitig beeinflussen.

Das von Sophie Aigner, Lätitia Norkeit, Rosa Rücker & Kathrin Sohn initiierte Projekt findet am Samstag, 16.7.2016 

von 11-16 Uhr 

in dem Kunst- & Kulturverein Alte Schule Baruth e.V.,

Walther-Rathenau-Platz 5, 15837 Baruth statt.

Baruth liegt eine Stunde Zugfahrt von Berlin entfernt, weitere Informationen unter: http://www.alte-schule-baruth.de/Anfahrt/1__Anfahrt.shtml

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Unter dem Aspekt der Aneignung erstellt Sophie Aigner Fotografien der anwesenden Körper und transformiert diese zu neuen Bildern in Gegenüberstellung mit der eigenen Körperlichkeit. Lätitia Norkeit + Partner schreiben, lesen und sortieren Texte und untersuchen dabei gezielt die Übersetzung von subjektiver Sprache in digitalen Algorithmus. Fragen nach Verschiebungen von erinnertem, kollektivem Material stellt Rosa Rücker. Sie leitet eine Gruppe an, welche einst vollzogene Handlungen im Raum wiederholend einnimmt. Kathrin Sohn führt mit dem Salon der Zeichner*innen (u.a. Celina Mehnert, Katja Brückner, Stefan Wilke, u.v.a.) gemeinschaftliche Zeichenprozesse durch, worin die individuelle Zeichenspur überlagert wird, sich neu zusammenfügt und sich letztlich in einem kollektiven Ganzen verliert.

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ongoing

11. Juni 2015 im Kreuzberg Pavillon

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IMG_2194Asa Norte, Silvia Marzall

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IMG_2310Gefüge, Lätitia Norkeit

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Rosa Ruecker Volumen im Kopf bild_3   Rosa Ruecker Volumen im Kopf bild_4   Rosa Ruecker Volumen im Kopf bild_1                       „Volumen im Kopf (Radio)“, 2004/2015, Rosa Rücker

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S_1  S_2  s_3  S_4 KopieNasentraining  S_6  S_11  S_12 S_10  S_15  in_linien_quer  S_16  S_9  S_17  S_18  S_19  S_20  S_21  s_28  S_34    S_26  S_36  S_42  IMG_2163 Kopie                         a portrait of vivian, Vortrag in Zeichnungen, Kathrin Sohn

Beiwerk_5.jpgGrotesken oder (schmückendes) Beiwerk als selber was, Kathrin Sohn

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Die Ausstellung ongoing bringt Arbeiten der Künstlerinnen Silvia Marzall, Lätitia Norkeit, Rosa Rücker und Kathrin Sohn zusammen, worin aus unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen Medien die künstlerische Praxis als eine andauernde, wiederholende, Differenzen schaffende Tätigkeit sichtbar wird. Hierbei werden bestehende Ordnungen und Strukturen durchgespielt, unterwandert und letztlich verflüssigt, wodurch sich Räume für Neueinschreibungen öffnen.

Der Titel der Arbeit Asa Norte (= Nordflügel = Stadtteil Brasilias) verweist auf Silvia Marzalls Recherche zur brasilianischen Hauptstadt Brasília und eine abstrakte Referenz zu dem Netz von Trampelpfaden, welche das geometrische Straßen-Raster der Autostadt durchwebt und subtil verändert. Die Arbeit besteht aus feinen Veränderungen des Gewebes des Millimeterpapiers und greift in die grafischen Normen der Plan-Zeichnung und Errechnung von Räumen ein.

Die Arbeit Gefüge von Lätitia Norkeit ist eine stetig wachsende  Wandinstallation aus Zeichnungen und Texten, die Begriffe zu Organisation und System, nach persönlichen Kriterien bezeichnet und beschreibt.

Eine Stunde Radioprogramm, ein winziges Puzzleteil der gesellschaftlichen, die Wirklichkeit mitgestaltenden Selbstreflexion wird von Rosa Rücker untersucht, verarbeitet und in eine Performance (Volumen) umgewandelt.

In dem filmischen Vortragen des Zeichenprozesses a portrait of vivian von Kathrin Sohn wird die Einschreibung des Gesichts als Zeichen für einen Menschen in unsere Wahrnehmung, gleich dem Einschreiben der Schrift als Zeichen und motorische Geste in unsere Körper, im Zeichnen durchgearbeitet und deren Grenzen ausgelotet. Doch kommt es hierdurch nicht zu einem Bruch und einer Auflösung des Gesichts, sondern vielmehr zu einem Angleichen an die bestehenden Strukturen und letztlich zu einem „Strukturwerden“.

Im Rokoko wird das schmückende Beiwerk, das Ornament Rocaille, selbst zum Bild  und somit formgebend, als ein die Bildform und den -inhalt bildendes. Die hier zugrunde liegende Idee, dass eine künstliche Form das Sichtbare ausbildet und bestimmt, dies als das Natürliche ausgegeben wird, thematisieren die Collagen Grotesken oder (schmückendes) Beiwerk als selber was von Kathrin Sohn. Aus den Printmedien entnommene Gesichtsfragmente bilden Schmuckformen aus, welche an Rocaillen erinnern, sowie aufgrund der Farbigkeit an embryonale Wesen.

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english version:

The exhibition ongoing unites artworks of the artists Silvia Marzall, Lätitia Norkeit, Rosa Rücker and Kathrin Sohn, and with different media uncovers artistic practice as an ongoing, repetetive activity that creates divergences. Here set orders and structures are being played through, infiltrated and in the end liquefied, what opens space for renewed registrations.

The title of the work Asa Norte (=north wing =district in Brasilia) refers to Silvia Marzall’s research on the Brazilian capital Brasilia and an abstract reference to the net of trails that interweave and subtly changes the motor city’s geometrical street grid. The work constists of delicate changes in the tissue of the graph paper and intervenes in the graphical norms of plan
drawing and calculation of spaces.

The work Gefüge (=structure) by Lätitia Norkeit is a constantly growing wall installation made of drawings and texts that, using personal criteria, describe terms regarding organisation and system.

One hour of radio, a tiny puzzle piece of the social, reality co-shaping self-reflexion is being examined, processed and transformed into a performance (Volumen (=volume)) by Rosa Rücker.

In the cinematic recital of the drawing process a portrait of vivian by Kathrin Sohn the registration of the face as a sign for humans in our perception, similar to the registration of the writing as sign and motoric gesture in our bodies, is being worked through to the limits with the means of drawing. Nevertheless that doesn’t lead to a dissolution ot the face, but to an
adjustment to existing structures and ultimately to „becoming structure“.

In the rococo period the decorative accessory, the ornament rocaille, becomes the image thus form-giving as one shaping the pictorial form and the content. The underlying idea, that an artificial shape cultivates and determines the visible form being masqueraded as natural is the subject of discussion in Kathrin Sohn’s collages Grotesken oder (schmückendes) Beiwerk als selber was (= grotesque or (decorative) accesssory as something self). Facial fragments taken from print media form decorative
elements that are reminiscent of rocailles and, regarding the color, embryonic beings.

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Kreuzberg Pavillon, Naunynstrasse 53, 10999 Berlin

weitere Informationen: http://www.kreuzbergpavillon.de

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ongoing

28. März – 10. Mai 2015 in der uqbar

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belveder, Silvia Marzall

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quasi grün, Lätitia Norkeit

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„Objekt im Zeitvolumen“, Rosa Rücker

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Erinnern Portraitieren (Hélène), Kathrin Sohn

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Die Ausstellung ongoing bringt Arbeiten der Künstlerinnen Silvia Marzall, Lätitia Norkeit, Rosa Rücker und Kathrin Sohn zusammen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen Medien dem Weg als einem dynamsichen Konzept widmen.

„Der Weg ist das Ziel“ lautet eine bekannte chinesische Weisheit, die auf Konfuzius zurückgeht. Der Weg liegt zwischen einem Ausgangsort und einem angestrebten Ziel, er ist das Dazwischen, ein Zustand der Schwebe, an dem – noch oder wieder – alles möglich ist. So gesehen kann „sich auf den Weg machen“, auch ein „Aufbrechen“ von eingeschliffenen, vertrauten Denk- und Handelsweisen bedeuten. Im Zentrum der Ausstellung ongoing (deutsch: fortlaufend) steht dieser Prozess des Unterwegs-Sein, um zu einem Anderswo zu gelangen.

Silvia Marzalls Fotoinstallation belveder (2010) basiert auf einer Untersuchung über das Gehen in der Autostadt Brasilia, welche die Künstlerin 2010 durchgeführt hat. Die 44 Fotografien zeigen Trampelpfade, entstanden durch Abkürzungen der FußgängerInnen, die im Kontrast stehen zu dem am Reißbrett geplanten, geometrischen Straßenraster Brasilias und dieses unterlaufen.

Erscheinungsformen von Wegen stehen auch im Zentrum der Videoarbeit Quasi Grün (2012-15) von Lätitia Norkeit. Die Arbeit ist eine Weiterentwicklung eines KünstlerInnenbuchs, in dem Norkeit Fotos und lyrischen Texte zu städtischen Grünanlagen und Parks zusammenbringt: „Der Park als Kulisse, angereichert mit abgenutzten Mobiliar aus dem Planungsfundus, Wege, welche dich als Besucher leiten und Plätze, die zum verweilen anregen. Der Besucher umrundet, sucht das Angenehme und hängt ab.“

In Objekt im Zeitvolumen (2014-15) verbindet Rosa Rücker Rasterzeichnungen, kubische Papierskulpturen und ein gehäkeltes Objekt, durch ein orangefarbenes Element zu einer Raumkonposition. Dabei handelt es sich um eine „Zeichnung in die Zeit“, entstanden in dem Zeitraum einer Zugfahrt von Berlin nach Moskau.

Kathrin Sohns Installation Erinnern Portraitieren (2014-15) setzt sich mit dem Prozess der Portraitierens auseinander und der damit einhergehenden Problematik der Festschreibung einer Person in einem Portrait. Die aus diesem andauernden Prozess hervorgehenden Zeichnungen, Collagen und Objekte werden in einer Installation zusammengeführt, worin die künstlerische Praxis als eine andauernde, wiederholende, Differenzen schaffende Tätigkeit sichtbar wird.

Antje Weitzel, 2015

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english version:

The exhibition ongoing brings together works by artists Silvia Marzall, Lätitia Norkeit, Rosa Rücker and Kathrin Sohn which from different perspectives and with different media all deal with the dynamic concept of the path.

“The journey is the reward“ is a well- known Chinese proverb that goes back to Confucius. The path between a starting point and a desired destination, the in-between, is a state of limbo, where everything is possible – still or again. In this sense „to set of“ can also be read as „leaving“ ingrained, familiar ways of thinking and acting. The exhibition ongoing revolves around this process of being on the go, in order to arrive at an elsewhere.

Silvia Marzall’s photo installation belveder (2010) is based on a study of walking in the city of Brasilia, which was carried out in 2010. The 44 photographs show trails, created by abbreviations of pedestrians that obviously contrast with the geometric grid of streets of Brasilia, once planned at the drawing board, and undermine this.

In her video work Quasi Green (2012-15) Lätitia Norkeit looks at different manifestations and aspects of paths. The work is based on one of Norkeit’s artist books, that brings together photographs and lyrical texts on urban green areas and parks: „The park as a backdrop, enriched with worn furniture dating from the planning stock, paths which lead you as a visitor, and places which inspire you to linger. The visitor walks around, looks for the pleasant and hangs out.“

In her work Objekt im Zeitvolumen (2014-15; english: object in temporal volume) artist Rosa Rücker links raster drawings, cubic paper sculptures and a crocheted object with the help of an orange item to form a composition in space. It is a „drawing in time,“ occurred during the period of a train journey from Berlin to Moscow.

Kathrin Sohn’s installation Erinnern Portraitieren (2014-15; english:portraying remembering) deals with the process of portraiture and the associated problems of codifying, establishing a person in a portrait. The resulting of the ongoing process, drawings, collages and objects, are brought together in an installation that alludes to the artistic practice as an ongoing, repetitive activity, producing differences.

Antje Weitzel, 2015

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uqbar, Schwedenstr. 16, 13357 Berlin

weitere Informationen: http://projectspace.uqbar-ev.de/index.phpmact=News,cntnt01,detail,0&cntnt01articleid=92&cntnt01returnid=51 

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